Speicherkannibalisierung?
Klar, je geringer die Preisschwankung, desto geringer die BatterieRendite.
Desgleichen gilt für Kraftwerke & jegliche Warenproduktion >> je mehr
davon, desto unrentabler, wenn die kaufkräftige Nachfrage nicht mithält - oder
starke Konkurrenz aus anderen Richtungen kommt:
- Die hochdynamischen Gaskraftwerke bekommen Konkurrenz sowohl seitens der
Großspeicher als auch seitens der Heimspeicher.
- Gaskraftwerken & Großspeichern verringern sich die Renditen, je mehr
Heimspeicher die fast allabendliche Verbrauchsspitzen abflachen.
- Diese Konkurrenz bildet sich auch politisch ab, z.B. indem die Einführung
lastdynamischer Netzentgelte von der Bundesnetzagentur im Mai 2026 um weitere
Jahre verschoben werden durfte, denn deren Einführung würden das Heimspeichern
sogar auch ohne eigene PV attraktiv machen, zumal jeder vorhandene und folglich
bezahlte Anschluss zum billig gewordenen Speichern taugt.
Bsp. >> Jedes meiner Berliner Mietshäuser könnte mit mehr als 500 kWh
Speicher am Markt teilnehmen. Investition inkl. Zubehör knapp 70.000 € pro
Haus und knapp 16 qm Kellerplatzbedarf.
Aber die Politik lässt uns nicht, denn unsere Häuser sollen möglichst viel
der abendlich teuren GasVerstromung kaufen & möglichst gar nichts
verkaufen, sogar auch nichts netzdienlich verschenken dürfen.
Weitere Konkurrenz erwächst aus Gewerbespeichern, falls über
Versorgungssicherheit hinaus dimensioniert.
Weitere Konkurrenz erwächst aus Zwischenspeichern an BEV-Ladestationen.
Aber weder die Netzbetreiber noch die Kraftwerker haben ein wirtschaftliches
Interesse an der von beiden Sektoren "geforderten" Netzdienlichkeit,
denn die Redispatchkosten sind vergesellschaftet.
Und schlimmer noch >> Beide Sektoren haben keinerlei Interesse daran, dass
mittels Speichern aus Wetterenergie Bedarfsenergie wird.
Deshalb gefällt diesen beiden Sektoren, dass die Wetterenergie so oft &
viel abgeregelt wird.
Zurück zur Ausgangsfrage >> Die von Ihnen in Betracht gezogenen
Kannibalisierungseffekte werden von den Großspeicherprojekten zwar erörtert,
aber die Preisschwankungen werden bleibend auf genügend hohem Niveau vermutet
& können durchaus auch größer statt kleiner werden.
Und nicht nur ich vermute, dass die Batterien herstellungsbilliger werden
>> Natrium basierte Zellchemie wird in wenigen Jahren für stationäre
Speicher attraktiver sein als die von mir im Einsatz befindlichen LFP-Batterien.
Ob die Herstellungsverbilligung auf die Preise durchdringt, hängt allerdings
davon ab, dass die Produktion mit der Nachfrage Schritt hält.
Kurzum >> Eine etwaige Batteriemarkt-Sättigung wäre erst zu berücksichtigen, wenn sich die Investition längst genügend rentiert hat & stellt sich neu, wenn es um die Anlagenerneuerung geht.
Markus S. Rabanus20261020