Abschreckung

Abschreckung im pädagogischen, strafrechtlichen, politischen Sinne meint die Androhung eines Übels für unerwünschte Verhalten, damit sie gar nicht erst geschehen.

Ohne Abschreckung kann ich mir nicht vorstellen, dass rechtstreues Verhalten ausreichend zu gewährleisten ist, denn die Überzeugung per Appell an die Vernunft des Menschen kann nicht so allgemein und tief gelingen, dass nicht Egoismus dennoch Unrecht tut, wenn die gesellschaftliche Reaktion sich mit dem bloßen Entzug des durch Unrecht erzielten Vorteils begnügt. 

Der Entzug solchen unrechtmäßigen Vorteils stellt somit die Untergrenze jeder gerechten Strafe dar, desgleichen stellt der zumindest temporäre Entzug eines missbrauchten Rechts eine Untergrenze im Strafmaß dar, 
während die Abschreckung = Generalprävention im Einzelfall über die Individualprävention nicht hinaus darf, ohne Justiz-Unrecht zu werden. 

Die Abschreckung scheitert allerdings dann, wenn ein Übeltäter glaubt, dass er schon wegen vorheriger Verbrechen "nichts mehr zu verlieren" habe. Auch deshalb bin ich Gegner der Todesstrafe.

Die Abschreckung pervertierte insbesondere im Ost-West-Konflikt zur Abschreckungsdoktrin, beherrschte darin das politische Denken so sehr, dass sie die Menschheit durch atomares Wettrüsten an den Rand der Selbstauslöschung brachte.

msr200608/200805

atomare >> Abschreckungsdoktrin  

>> abschrecken 

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